Folge 20

Martin Nätscher - Genussvolle Naschereien aus Greifswald

101 Köpfe | 14.03.2017

Martin Nätscher © Claas Abraham
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Die BIO am SUND GmbH markiert für den geschäftsführenden Gesellschafter Martin Nätscher einen neuen Meilenstein in seiner Biografie. Trockenfrüchte sind für Nätscher, der bereits die Biosanica am Standort Grimmen aufgebaut hat, eine Leidenschaft. Nun startet er als alleiniger Gesellschafter erneut ab 20. März mit einer Produktion durch. Wir trafen ihn vorab zu einem Gespräch:

Warum starten Sie nun noch einmal mit diesem Konzept durch? 

Nätscher: Es ist nicht das gleiche Konzept. Im Grundsatz ist es zwar die gleiche Tätigkeit, es ist aber auch eine Weiterentwicklung aus den Erfahrungen, die ich in den letzten neun Jahren sammeln konnte in Bezug auf die Qualität und die Art der Produktion. Der Vertrieb der Produkte wird sich mehr auf Endverbraucher fokussieren. In unserem Werksverkauf werden wir nicht nur Trockenobst und Gemüsechips verkaufen, unter der Marke „MARTINS BIO“ werden wir auch „Fruit to go“ täglich frisch anbieten. Wir sind durch den Maschinenpark und die Größe der Produktion auch optimal ausgerichtet, um auf Bedarfe von Bäckereien, Kitas und Schulen oder Kantinen und Kliniken schnell zu reagieren. So können wir zum Beispiel in Kürze frisch geschältes und geschnittenes Obst für die Kinder– oder Patientenversorgung liefern. Insgesamt werden wir hier eine breitere Sortimentspalette herstellen können. Erste Tests mit Kiwis, Mangos und Ananas sind ganz vielversprechend und sicher ein neues Geschmackserlebnis für unsere Kunden. 

Mit „Bio am Sund“ bauen Sie die zweite Trockenfrüchteherstellung in Vorpommern auf. Ist dies ein Bekenntnis zur Region? 

Nätscher: Ja, es ist ein Bekenntnis zur Region und zu meiner neuen Familie. Ich habe das Gefühl, mit nunmehr 46 Jahren beruflich und privat angekommen zu sein. In Vorpommern habe ich gute Freunde gefunden, die mich in der Region erden. Unsere Rohware beziehen wir aus dem alten Land, Südtirol und der Insel Rügen. Wir sind aber auch mit regionalen biozertifizieren Plantagenbesitzern im Gespräch. Aus regionalem Anbau werden wir Gemüse für die Sommerproduktion beziehen. 

Was wollen Sie erstmalig hier in Greifswald realisieren? 

Nätscher: Ich wollte schon immer gern einen Werksverkauf haben, der auch einen Einblick in die Produktion gewährt. Für mich ist die gläserne Produktion die Zukunft im Lebensmittelbereich. Denn unsere Zielgruppe wünscht sich Transparenz und interessiert sich sehr dafür, wo und wie die Produkte hergestellt werden. Wir setzen ganz konsequent im Einkauf auf eine sichere, biozertifizierte Herkunft. Anhand eines Codes, der sich auf der Verpackung befinden wird,kann der Verbraucher alle wesentlichen Dinge zu seinem Produkt und im Internet nachlesen. Schokolierte Früchte wollte ich ja bereits als Geschäftsführer der Biosanica umsetzen, es war aber nicht möglich, da durch das schnelle Wachstum der Biosanica ein Betrieb entstanden ist, der sich zu einem absoluten Apfelspezialisten entwickelt hatte. 

Das Unternehmen müsste ja „Bio vom Ryck“ oder „Bio am Bodden“ heißen, warum hat Sie der Standort Greifswald in den Bann gezogen? 

Nätscher: Zu dem Zeitpunkt, als wir den Firmennamen „BIO am SUND“ wählten, stand eine eigene Produktion noch gar nicht zur Diskussion. Die Entscheidung für den Standort Greifswald war zunächst ganz pragmatisch. Auf der Suche nach einem Bestandsobjekt hat sich das Objekt förmlich aufgedrängt. Greifswald ist eine sehr junge, dynamische Stadt durch die Universität, und wir haben auch durch die Stadt große Unterstützung erhalten. In kürzester Zeit haben wir eine tolle Belegschaft gefunden. Die Einwohner Greifswalds haben eine hohe Affinität zu Bioprodukten. Inzwischen glaube ich, mein Konzept passt am besten nach Greifswald. Außerdem heißt unsere eigene Marke ja „MARTINS BIO“. Das ist mein Vorname und er steht dafür, dass ich mit meinem Namen für die Produkte bürge. Ich bin fest davon überzeugt, dass „Bio“ ein Gesicht braucht. 

Sie sind bereits auf Messen unterwegs. Waren Sie erfolgreich?

Nätscher: Die BIOFACH ist für mich wie Wimbledon für Boris Becker. An vier Tagen so viele Menschen zu treffen, die man kennt und mit denen man wieder Geschäfte machen kann, das ist ein Gefühl wie nach Hause zu kommen. Im Ergebnis der zahlreichen Messekontakte sagten mehr als 20 neue Großkunden zu, künftig Produkte aus dem Bio-Sortiment der BIO am SUND GmbH zu ordern. 

Sie haben sich erneut für die HAB als Bauträger entschieden, warum? 

Nätscher: Never change a winning Team. Während des Baus der Biosanica habe ich das Team der HAB kennen und schätzen gelernt. Ich bin sehr angetan von der Art und Weise, wie HAB an Projekte herangeht. Da hat sich ein großes Vertrauen aufgebaut. Ich habe auch wahrgenommen, dass HAB speziell im Lebensmittelbereich nochmals sehr viel hinzugelernt und eine sehr dynamische Entwicklung genommen hat. Deshalb war für mich klar: egal wo und egal wann, wenn ich noch einmal baue, dann sehr gern mit dem Team der HAB aus Wusterhusen.

Welche besonderen Herausforderungen hat das Bauprojekt an das HAB-Team gestellt?

Andreas Vogel, Projektleiter bei HAB: Den Produktionsdurchlauf und die Voraussetzungen einer Bio-Lebensmittelproduktion in ein vorhandenes Gebäude mit dessen Grundriss einzupassen, war eine schöne Herausforderung. Die Elektro-, Heizungs- sowie Brandschutzinstallationen an die Anforderungen der zurzeit gültigen Vorschriften umzubauen bzw. neu zu errichten, hat uns Einiges abverlangt. Ein sehr straffer Zeitplan von November 2016 bis zur Inbetriebnahme im März 2017 ist dabei quasi unser tägliches Geschäft, das mit Organisation und partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit allen am Bau beteiligten Unternehmen sowie einer erfahrenen Bauleitung bestens gemeistert wurde.

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