Folge 17

Falk Roloff-Ahrend

101 Köpfe | 09.03.2015

Falk Roloff-Ahrend, Geschäftsleiter Leea GmbH
Falk Roloff-Ahrend, Geschäftsleiter Leea GmbH

Der Weg in eine sichere energetische Zukunft muss durch neue Ressourcen geebnet werden. Dabei geht es um effiziente, nachhaltig energetische Lösungen als Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels. Im Gespräch: Geschäftsleiter Falk Roloff-Ahrend über die Entwicklung des „Leea“-Informationszentrums in Neustrelitz zu einem offenen Kompetenzzentrum mit ganzheitlichem Ansatz. 

Das Leea wurde 2012 eröffnet, wie wird das Landeszentrum für erneuerbare Energien angenommen?
Sehr gut. Am 22. September 2012 fand die Landesenergiekonferenz zur Erstellung des Landesenergiekonzepts anlässlich der Eröffnung des Leea in Neustrelitz statt. Seither haben wir 20.000 Gäste bei uns begrüßen dürfen, die sich für das umfangreiche Themenspektrum der erneuerbaren Energien interessierten. Darunter waren Familien und Schulklassen, Tagungsgäste und auch Einzelbesucher, die auf konkrete anwenderorientierte Fragen, Antworten suchten. Im vergangenen Jahr wurde das EnergieLab eröffnet. Hier können die Energienutzer von morgen innovative Techniken experimentell erkunden. Wir verstehen diese Workshops als Ergänzung zum Schullehrplan im Bereich der Umweltbildung. Die Workshops bieten den Jugendlichen die Möglichkeit, selbst anhand von Modellen natürliche Energieressourcen zu erproben. Gerade dieses praxisorientierte Wissen prägt sich fest ein. Derzeit liegen uns bis Juli 2015 bereits 1.200 Schüleranmeldungen vor.

Sie sprachen das Landesenergiekonzept an. Es wurde am 17.02.2015 von der Landesregierung verabschiedet. Haben Sie innovative Ansätze entnehmen können?
Es ist ein gutes Arbeitspapier, das die Stärken, Schwächen und Potenziale beleuchtet und wichtige Schwerpunkte setzt. Wir selbst konnten uns in das Konzept mit einbringen. Das Ziel, 6 Prozent des gesamtdeutschen Energiebedarfs aus erneuerbaren Ressourcen des Landes MV im Jahr 2025 zu erzeugen, halte ich für realistisch. Allerdings sind die zukünftigen Herausforderungen groß. Wir benötigen einen Zuwachs an Anlagen zur Gewinnung von erneuerbaren Energien, genauso wie den Netzausbau und Speichermöglichkeiten. Alle Aspekte bedingen sich, um die Energiewende weiter voranzutreiben. Gute technische Beispiele müssen wegweisenden Modellcharakter für andere Regionen haben. Dabei spielt auch die Akzeptanz in der Bevölkerung eine große Rolle. Dazu sollen die Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger und Kommunen gestärkt werden. Um diesem Ansinnen gerecht zu werden, denken die Betreiber schon in viele Richtungen. Es gibt zum Beispiel vergünstigte Stromtarife, Eigenbedarfslösungen oder Sponsoring von kommunalen Spielplätzen oder Vorhaben. Eine unmittelbare finanzielle Beteiligung für Bürger muss im erschwinglichen Rahmen bleiben.

Wozu bedarf es einer neuen Landesenergieagentur – könnte das Leea diese Aufgaben mit übernehmen? 
Ein ganzheitlicher Ansatz muss sich im Angebotsspektrum der neuen Landesenergieagentur zu den Themen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz sowie dem Klima- und Umweltschutz wiederspiegeln. Das Leea hat sich in seiner knapp 3-jährigen Betriebszeit eine Vielzahl dieser wichtigen Kompetenzen erarbeitet und weiterentwickelt. Daher können wir in diesem Zusammenhang diese Aufgaben leisten. Dennoch ist zu bedenken, dass MV ein Flächenland ist. In jeder Region muss Informationskompetenz vorhanden sein, um lange Wege und Zeit zu sparen. Daher ist ein koordiniertes und gebündeltes Netzwerk mit ganz konkreter Aufgabenverteilung untereinander aber mit einer gemeinsamen Informations- und Kommunikationsstrategie von Vorteil. Das macht für mich eine innovative und akzeptierte Landesenergieagentur aus. Wir sind bereit, in diesem Zusammenhang Verantwortung zu übernehmen und werden uns weiterhin aktiv in die Landesenergiepolitik einbringen.

Sie bieten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Dienstleistungen und Produkte im Leea zu präsentieren. Zu welchen Themen finden die Gäste Aussteller? 
Die Vielfalt der Aussteller im Leea deckt breite Facetten der erneuerbaren Energien ab. Die Landesforstanstalt ist als Biomasseproduzent vertreten. Sie finden die Finanzierungsbranche, Windanlagenplaner und -bauer. Hersteller und Betreiber von Kleinwindanlagen, die Bauindustrie mit Beispielen energieeffizienten Bauens und Installateure aus der Region. Wir wollen unsere Dauerausstellung gern erweitern mit regionalen aber auch bundesweit sowie international agierenden Anbietern. Die Themenbereiche Fotovoltaik und Windenergie würden wir gern weiter ausbauen. Eine spannende Ergänzung des Portfolios sind die thematischen wechselnden Ausstellungen in unserem Haus. Die aktuelle interaktive Ausstellung „Klimawerkstatt“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) macht noch bis April die Besucher mit Ursachen und Folgen des Klimawandels vertraut und bietet Lösungsansätze zum Schutz für Umwelt und Natur. Im Mai wird das Thema „Bionik“ im Mittelpunkt einer neuen Ausstellung der DBU stehen. Naturstudien sind Basis für das Forschungsgebiet der Bionik. Die Erkenntnisse über Bau- und Funktionsprinzipien in der Natur werden dabei Pate für Innovationen, indem nach Lösungen gesucht wird, diese für heutige technische Anwendungen reproduzierbar zu machen. Das Leea in Neustrelitz verfolgt durch die Kooperation zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und die enge Einbindung in die Region einen ganzheitlichen Ansatz und Wissenstransfer. Daher offerieren wir Bildungsangebote und das Ausrichten von Tagungen bis zu 200 Teilnehmern. Modernste Raum- und Tagungstechnik ermöglicht auch Workshops bis zu 5 Teilnehmern in angenehmem Ambiente.

Die Leea GmbH ist ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Neustrelitz GmbH und betreibt das Landeszentrum für erneuerbare Energien Mecklenburg- Vorpommern. Das Tätigkeitsspektrum umfasst die Vermarktung der Erlebniswelt und des EnergieLab, die Vermietung von Flächen der Leistungsschau mit Firmenpräsentationen sowie der Tagungsräume und das Durchführen von Veranstaltungen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Etablierung der Dachmarke „Leea“ für alle Aktivitäten im Bereich der Erneuerbaren Energien in Mecklenburg-Vorpommern.

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